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touristik aktuell 15/7

Im zweiten Leben

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Second Life: Nach Starwood und Euro Relais ist nun auch das erste deutsche Touristikunternehmen in der 3-D-Spielewelt präsentiert

jasmin taylor second life

Gratistours-Cheffin Jasmin Taylor

 

Berlin. Schnelligkeit gehört zum Geschäft: Kaum hat das interaktive Web 2.0 die Branche erreicht, stürmt die Online-Gemeinde bereits in die nächste Dimension. Second Life heißt die virtuelle Spielwelt, die gerade einmal vier Jahre existiert und dennoch bereits mehr als fünf Millionen Nutzer hat. Firmen wie Adidas und BMW, der Springer Verlag und Greenpeace nutzen die künstliche Parallelwelt als Marketing-Plattform. Starwood testet die neue Design-Marke Aloft in dem 3-D-Format, der holländische Ferienhausanbieter Euro Relais hat für die virtuellen Bewohner von Secondlife.com fünf seiner Ferienhäuser nachgebildet. Und als erste deutsche Großstadt ist seit wenigen Tagen Frankfurt am Main virtuell begehbar.

 

Mit dem Berliner Online-Portal Gratistours.com startete vor einigen Tagen nun auch das erste deutsche Touristikunternehmen in Second Life. Inhaberin Jasmin Taylor begrüßt als virtuelle Jas Capalini Gäste auf Gratistours-Island - und versucht ihnen dort auf neue Art und Weise Lust auf Urlaub zu machen. Die Präsenz selbst ist nach ihrer Aussage kein finanzieller Kraftakt, richtig teuer sei dagegen die grafische Darstellung. Dennoch soll es nicht bei der Badeinsel bleiben: Schon bald will Taylor ägyptische Pyramiden und die persische Stadt Isfahan als 3-D-Format in Second-Life einstellen.

 

 

Geld wird sie damit nicht verdienen, vielmehr sei der Auftritt eine neue Form des Marketings: "Wir werden dadurch nicht nur bekannter, sondern erarbeiten uns bei potenziellen Kunden auch Vertrauen."

 

Für Online-Surfer ist der Zugang zu Second Life zunächst kostenlos. Wer aber aktiv werden und als Bewohner Beachtung finden will, muss seine Präsenz durch entsprechendes Styling aufpeppen. Bezahlt wird in der virtuellen Welt mit Linden-Dollars, benannt nach dem Gründer des Formats, dem Amerikaner Linden Lab.

 

 

Reisebüros müssen vor Second Life keine Angst haben. Die virtuelle Parallelwelt, in der weder geschossen noch strategisch gespielt, sondern gelebt wird, ist nicht einmal annähernd ein Beratungsersatz für Urlaubsreisen. Offen ist derzeit, wie lohnenswert die Plattform für Marketing-Zwecke ist und ob Reiseanbieter dort die richtige Zielgruppe antreffen. Entsprechend vorsichtig ist auch der Start von Gratistours: Einen direkten Link zur Buchungsplattform gibt es im Second Life nicht. "Der Kunde muss sich unseren Namen merken, den Link kopieren oder schriftlich notieren", so Taylor. Doch auch wenn das ganze Projekt noch in den Kinderschuhen stecke, prophezeit sie ihm eine große Zukunft: "Das Internet ist am Anfang auch völlig verkannt worden."

 


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