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Die Welt - Luxusurlaub zum Spartarif 4. Juli 2003

Gratis heißt nicht immer kostenlos
"Luxusurlaub zum Spartarif" ist die Geschäftsidee von Gratistours - Kostenlose Zimmer, Verpflegungspauschale

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Berlin - Frühbucherrabatt, Last Minute, Billigflieger - die Reisebranche hat schon manche Idee geboren, um in einem zunehmend schwierigeren Markt mit günstigen Angeboten Kunden zu gewinnen. Aber Hotelzimmer gratis?!

Ein Kellerbüro in Frankfurt, ein Vertragshotel in Ägypten, ein Laptop und eine Homepage - mit dieser Ausstattung gründete Jasmin Taylor (37 Jahre) vor einem Jahr den Reiseveranstalter Gratistours. Ein Fernsehbeitrag über den Branchenneuling ließ die Buchungsanfragen quasi über Nacht nach oben schnellen - seitdem ist das mittlerweile nach Berlin-Charlottenburg gezogene Unternehmen auf Wachstumskurs.

Luxusurlaub zum Spartarif - das ist die Idee, die hinter Gratistours steckt. Die Hotelübernachtungen sind immer umsonst. Der Urlauber bezahlt lediglich eine Vermittlungsgebühr von 49 Euro an die Zentrale und am Reiseziel eine Verpflegungspauschale (Halbpension, Vollpension oder All Inclusive), die je nach Hotel zwischen fünf und 49 Euro pro Person und Tag beträgt. Günstige Flüge vermittelt Gratistours auf Wunsch dazu, der Urlauber kann sich aber auch selbst darum kümmern. Die Anzahl der Übernachtungen und die Hotelkategorie sind individuell buchbar - vorausgesetzt, im gewünschten Haus sind noch Zimmer frei. Jasmin Taylor, gebürtige Iranerin mit amerikanischem Pass, deutschem Abitur und amerikanischem Hochschulabschluss: "Gratistours profitiert von einer ganz einfachen Tatsache: Für die Hotelbesitzer ist es vorteilhafter, in einem nicht ausgebuchten Haus für ihre Verpflegung zahlende Gäste umsonst übernachten zu lassen, als unbelegte Zimmer zu haben."

Bauernfängerei oder eine zweitklassige Behandlung vor Ort sollen Urlauber nicht befürchten müssen - schließlich hoffen die Hotels auf zufriedene Gäste, die entweder wiederkommen oder Freunden und Bekannten die Häuser empfehlen. Außer nach Ägypten vermittelt der inzwischen 20 Mitarbeiter zählende Veranstalter auch Reisen nach Dubai, Spanien, Italien, Ungarn, in die Türkei, nach Tunesien, Norwegen, Schweden, Österreich und in die Schweiz. Das Angebot umfasst unter anderem Badeurlaube, Nilkreuzfahrten und Tauchurlaube in Ägypten, Familienabenteuerurlaube in Skandinavien. Zu den mehr als hundert Vertragshotels (vorwiegend im Vier- und Fünf-Sterne-Bereich angesiedelt) zählen beispielsweise auch das Hilton Pyramids Golf Resort in Kairo und das Al Hamra Fort Hotel in Dubai.

In der Reisebranche hat Gratistours durchaus für Aufregung gesorgt. Jasmin Taylor: "Ein kleines Unternehmen wie wir kann natürlich viel flexibler auf die Buchungssituation der Hotels reagieren als die großen Veranstalter, die zudem noch einen Wasserkopf an Verwaltung und Bürokratie mit sich herumschleppen. Und die Gewinnmargen bei Gratistours sind viel knapper kalkuliert. Wir finanzieren uns ausschließlich über die Vermittlungsgebühr von 49 Euro."

Die Preisersparnis gegenüber den "herkömmlichen" Reiseveranstaltern kann bis zu 75 Prozent betragen - trotzdem sollten Urlauber immer vergleichen, um wie viel günstiger eine Reise mit Gratistours tatsächlich ist. Denn die Last-Minute-Angebote am Flughafen können schon mal an die Preise des Branchenneulings herankommen. Eine Woche Vier-Sterne-Tauchurlaub in Ägypten für 550 Euro mit Flug, Vollpension und zehn Tauchgängen dürfte preislich allerdings nur schwer zu unterbieten sein - eben ein echtes "Gratis"-Geburtstagspäckchen.

"Für die Hotelbesitzer ist es vorteilhafter, für ihre Verpflegung zahlende Gäste umsonst übernachten zu lassen, als unbelegte Zimmer zu haben.


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